Die Polarimetrie wird weltweit als einfache Methode zur Ermittlung des Saccharosegehaltes genutzt. Diese Methode benötigt einen Reinigungsschritt zur Entfernung der Trübung, um eine einwandfreie Lichtdurchlässigkeit während der Messung zu gewährleisten. Die herkömmliche Klärung mit Bleiacetat – Messung bei 589,44 nm – wurde verglichen mit einer Klärung mittels Druckfiltration (plus Filterhilfsmittel) und anschließender Messung bei 882,6 nm. Die bei der Druckfiltration genutzten Filterhilfsmittel beeinflussen die Umwelt weniger als Bleiacetat. Die Ergebnisse des Vergleiches zwischen der Methode mit Bleiacetat („wS,589“), der Methode mittels Druckfiltration („wS,882“) und der chromatographischen Saccharosebestimmung für die Zuckerfabrikprodukte Mischsaft, Bagasse, Filterkuchen und Abläufe (einschließlich Melasse) sind aufgeführt. Die Zuckerfabrikprodukte stammten aus zwei Fabriken auf Réunion Island: Le Gol (Arbeit mit Zuckerrohrmühlen) und Bois-Rouge (Einsatz einer Zuckerrohrextraktionsanlage). Die Ergebnisse weisen Unterschiede bei den polarimetrisch ermittelten Saccharosegehalten auf. Die Messwerte der wS,882-Methode waren geringer im Vergleich zur wS,589-Methode beim Saccharosegehalt in Rohr (–0,075 g/100 g), Mischsaft (–0,07), A-Ablauf (–0,19), C-Magma (–1,67) und Melasse (–3,82). Die Messwerte der wS,882-Methode waren lediglich höher beim Saccharosegehalt im Filterkuchen (+0,06) im Vergleich zur wS,589-Methode. Bei Bagasse wurden für beide Methoden gleiche Ergebnisse ermittelt. Die Reproduzierbarkeit für die wS,882-Methode betrug 0,05 für Mischsäfte und 0,04 für Abläufe. Die wS,882-Methode wird in den Zuckerfabriken seit 2005 genutzt und seit der Kampagne 2009 für die Zuckerrohrbezahlung auf Réunion.
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