Der bei der Saftreinigung (Carbonatation) der Rübenzuckergewinnung anfallende Carbonatationskalk (Carbokalk) wird auf Ackerflächen ausgebracht, um Bodenversauerung entgegenzuwirken. In diesem Zusammenhang stehen Zuckerfabriken momentan vor Herausforderungen bei der Ermittlung ihrer Treibhausgasemissionen aufgrund aktueller politischer Strategien und Standardwerte. Im Rahmen der vorliegenden Studie (i) wurde klargestellt, dass aus Kalk stammendes CO2 in Zuckerfabriken keine Klimawirkung hat, da es nicht in die Atmosphäre freigesetzt wird und dass die Kalkung von Böden eine gängige agronomische Maßnahme im Rahmen von Scope 3 ist. Darüber hinaus (ii) wurde eine Literaturstudie zu vorhandenen Daten zu CO2-Emissionen aus Ackerböden nach Kalkausbringung durchgeführt und festgestellt, dass Standort- und Bewirtschaftungsfaktoren die Emissionsraten stark beeinflussen. Daher wäre für das Ziel einer exakten Modellierung der CO2-Emissionen ein breites Spektrum Daten aus Experimenten erforderlich. Als Ergebnis der Studie erschien eine Reduzierung des aktuellen Standard-Emissionsfaktors des IPCC auf rund 50% als eine passende Annäherung an die Realität. Ferner (iii) Wurde ein Laborinkubationsversuch durchgeführt, bei dem verschiedene Carbokalk-Applikationen hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Funktion der Lachgas-Reduktase untersucht wurden. Es wurde festgestellt, dass Carbokalk die Fähigkeit saurer Böden, Lachgas zu N2 zu reduzieren, vergleichbar mit synthetischem CaCO3 verbesserte.
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