Eine der Herausforderungen im Zuckerrübenanbau ist die Bekämpfung von Blattläusen als Überträger der virösen Vergilbung. Da immer weniger insektizide Wirkstoffe zur Kontrolle der Blattläuse verfügbar sind und sich Insektizidresistenzen in den Blattlauspopulationen ausbreiten, sind alternative Lösungen gefragt. In dieser Studie wurde Gerste als Begleitpflanze zur Kontrolle von Blattläusen in Zuckerrüben getestet. An 18 Standorten in vier europäischen Ländern wurden in den Jahren 2021–2023 Feldversuche durchgeführt. Der Anbau von Gerste als Begleitpflanze reduzierte die Populationen der geflügelten und ungeflügelten schwarzen Bohnenläuse (Aphis fabae) sowie der ungeflügelten grünen Pfirsichblattläuse (Myzus persicae), den Hauptüberträgern der virösen Vergilbung. An einigen Standorten wurden mit Vergilbungsviren beladene Blattläuse zusätzlich zu den am Standort auftretenden Läusen ausgesetzt. An diesen Standorten reduzierte Gerste als Begleitpflanze den Anteil der Zuckerrüben mit Vergilbungssymptomen statistisch signifikant. Versuchsstandorte mit ausschließlich natürlicher Infektion wiesen im Mittel geringere Anteile mit Vergilbung auf und der Flächenanteil mit Symptomen variierte je nach Standort. Über alle Standorte hinweg konnte Gerste als Begleitpflanze nicht zu einer signifikanten Verringerung der Symptome beitragen. Stattdessen resultierte der Anbau von Gerste an mehreren Standorten in geringeren Rübenerträgen als Folge einer Konkurrenz um Wachstumsfaktoren. Drohende Ertragseinbußen durch Vergilbungsviren müssen daher sorgfältig gegen mögliche Verluste durch Konkurrenzeffekte in einem neuen Anbausystem mit Begleitpflanzen abgewogen werden.
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