Trotz langjähriger Praxis besteht Unsicherheit über die Wirkungen von Zwischenfrüchten (ZF) auf N-Versorgung und Ertrag nachfolgender Zuckerrüben (ZR) im gemäßigten Klima Mitteleuropas. Zur Klärung wurden vier Feldversuche mit Ölrettich, Sommerwicke, Rauhafer und Winterroggen auf typischen Lössböden Deutschlands durchgeführt. Als zweiter Versuchsfaktor wurde die Mineral-N-Düngung zu ZR variiert: ohne (N0) und mit optimaler Menge (Nopt). Die Biomasseeigenschaften der ZF vor Winter, der Frühjahrs-Nmin-Wert und der Zuckerertrag sowie die N-Aufnahme der ZR wurden bestimmt. Der N-Effekt (Neff) der jeweiligen ZF, kalkuliert als Differenz der N-Aufnahme der ZR nach ZF minus Schwarzbrache, wurde für die Zeiträume Aussaat-Sommer (Juli/August) und Sommer-Ernte berechnet.
Im Mittel ging der Zuckerertrag nach Roggen im Vergleich zur Brache zurück und stieg nach Wicke an, was bei N0 stärker ausgeprägt war als bei Nopt. Im Abschnitt Aussaat-Sommer, in der ZR einen hohen N-Bedarf aufweisen, betrug Neff nach Roggen nahe 0 kg N ha-1 und bis zu +30 kg N ha-1 nach Wicke. Im Gegensatz dazu war Neff von Sommer-Ernte negativ mit bis zu –80 kg N ha-1 nach Rettich und Roggen. Eine Regressionsanalyse ergab einen signifikanten Zusammenhang zwischen Neff im Zeitraum Aussaat-Sommer und der Zuckerertragsdifferenz zwischen ZF und Brache (R2 = 0,29). Eine multiple Regressionsanalyse (R2 = 0,68) zeigte, dass eine hohe ZF-Biomasse in Kombination mit einer großen negativen Nmin-Differenz zwischen ZF und Brache zu einem hohen Ertragsverlust führt, der durch eine erhöhte N-Düngung ausgeglichen werden kann. Ein ZF-Management, das eine begrenzte Biomasse und/oder eine niedrige Nmin-Differenz sicherstellt, bspw. durch eine spätere Aussaat, weniger vitale ZF-Arten oder ein frühes Mulchen der ZF, ermöglicht daher einen höheren Zuckerertrag nach ZF als nach Brache.
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