Es werden Verdampferanlagenschemata mit verringerter Brüdenabnahme des Zuckerhauses vorgestellt. Das ist der Fall, wenn ein Teil des Dicksaftes eingelagert oder wenn der Rohzuckerablauf nicht für die Kristallisation verwendet wird. Um den gewünschten Trockensubstanzgehalt des Dicksaftes zu erreichen, ist es notwendig, die Anzahl der Verdampfungsstufen zu erhöhen. Als Vergleichsbasis wurde eine sechsstufige Verdampfanlage mit einer 100%igen Brüdenabnahme durch das Zuckerhaus gewählt, das mit einem dreistufigen Kristallisationsschema ohne Dicksaftlagerung arbeitet. Sieben- und achtstufige Verdampfanlagen wurden mit diesem Schema mit einer auf 78% bzw. 67% reduzierten Brüdenabnahme durch das Zuckerhaus verglichen. Die Anzahl der Verdampfungsstufen und Abnahmemengen der einzelnen Stufen beeinflussen die Dampfparameter und die Größe der Heizflächen. Die Auswirkungen einer Reduzierung des Massenstroms und des Drucks des Turbinenabdampfs auf die Elektroenergieerzeugung wurden analysiert. Eine sechsstufige Verdampfanlage ist für eine Zuckerfabrik, die mit 100% Brüdenabnahme durch das Zuckerhaus arbeitet, am besten geeignet. Verdampfanlagen mit sieben oder sogar acht Stufen könnten in Zuckerfabriken installiert werden, die mit Dicksaftlagerung oder mit einer reduzierten Anzahl von Kristallisationsstufen arbeiten. Dort muss aufgrund einer deutlichen Verringerung des Dampfverbrauchs der Verlust der Selbstversorgung mit Elektroenergie in Betracht gezogen werden.
Copyright © Verlag Dr. Albert Bartens KG