Drei nach unterschiedlichen Methoden getrocknete (Hochtemperatur-, Verdampfungs- und Lagertrocknung) Zuckerrübenschnitzelproben wurden aufbereitet und einer Heißwasserextraktion (90°C, 6h) unterzogen, um die Ausbeute an Pektinen zu vergleichen. Die dampfgetrockneten Schnitzel lieferten 34,1g Pektin pro 100g Trockenmasse. Dies entsprach etwa dem Doppelten der Ausbeute der anderen Verfahren, bei denen etwa 60% der geschätzt im Rohmaterial enthaltenen Menge erhalten wurde.
Die aus den dampfgetrockneten Schnitzeln durch Heißwasserextraktion und Dialyse gewonnenen Pektine enthielten als Zuckerkomponente eine größere Menge an Arabinose (32,4g/100g Feststoff) als handelsübliches Rübenpektin. Das Mittel der Molekülmasse war mit 175kDa geringer als das von handelsüblichem Rübenpektin (538kDa), und die meisten der extrahierten Feruloylgruppen waren an dieses Polysaccharid gebunden. Diese Eigenschaften ähnelten denen von Pektinen, die zuvor durch Autoklavenextraktion aus Nassschnitzeln gewonnen wurden. Es wird vermutet, dass die in den Zuckerrübenschnitzeln enthaltenen Pektinsäurepolysaccharide während der Verdampfungstrocknung unter Druck- und Hochtemperaturbedingungen (0,25–0,3MPa, 150–180°C) teilweise hydrolysiert und aufgelöst wurden und dadurch leichter zu extrahieren waren. Bei Verwendung von dampfgetrockneten Schnitzeln als Ausgangsstoff können feruloylierte arabinanreiche Pektine durch Heißwasserextraktion unter bei Atmosphärendruck ohne Säurezusatz effizient gewonnen werden.
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