Ausgehend von einer modifizierten Arbeitsweise der Titration nach Karl Fischer mit Formamid als Lösungsmittel, bei welcher der mit konstanter Geschwindigkeit verlaufende Blindverbrauch eliminiert wurde, werden einige Methoden zur Bestimmung der Oberflächenfeuchte von Zucker untersucht. Um eine Miterfassung des im Inneren der Kristalle eingeschlossenen Wassers zu verhindern, muß die Probe dabei weitgehend ungelöst bleiben.
Die Titration in Formamid, das mit Saccharose gesättigt ist, benötigt wegen der hohen Viskosität der Lösung relativ viel Zeit. Mit einer Lösung, deren Saccharosekonzentration geringer ist, können durch ein Extrapolationsverfahren Werte für die Oberflächenfeuchte erhalten werden, die aber je nach den Reaktionsbedingungen unterschiedlich aus- fallen.
Als bestes und sicherstes Verfahren erweist sich die Titration in Methanol, das an Saccharose gesättigt ist. Wie bei der Gesamtwasserbestimmung läßt sich auf diese Weise erreichen, daß die Ergebnisse weitgehend unabhängig von den Mengenverhältnissen und den Reaktionsbedingungen sind.
Es wird eine Schnellmethode angegeben, bei der ein Minderverbrauch an Karl-Fischer-Reagenz durch abgekürzte Reaktionszeit den Mehrverbrauch durch die Blindreaktion kompensiert. Die Ergebnisse sind mit denen der genauen Arbeitsweise innerhalb der Fehlergrenzen identisch.
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