Die optische Drehung von Rohzucker (bestimmt mittels Celite-Filtration und NIR-Polarimeter bei 880 nm) wird verglichen mit der herkömmlichen Klarmethode (unter Verwendung von Bleiacetat und Bestimmung der optischen Drehung bei 589 nm). Beim Filtrieren der Problenlosung durch ein Glasfiber-Papier mit Celite 505 als Filterhilfsmittel wurde eine zufriedenstellende Probenvorbereitung fiir das NIR-Polarimeter erreicht. Die optische Drehung von Standardzucker war mit dem NIR-Polarimeter um 0,06 °Z geringer als mit dem herkonunlichen Polarimeter. Bei diesem Wert ist zu vermuten, daß die Verwendung der Biinnage/-Gleichung zur Bestimmung des Zuckerwertes einer standardisierenden Quarzplatte bei 880 nm Fehler mit sich bringt. Die optische Drehung von australischem Rohzucker – mit Celite gefiltert und mit dem NIR-Polarimeter gemessen – war geringer als nach Bleiklarung und der Messung mit einem iiblichen Polarimeter. Die Differenz nahm zu, je mehr die optische Drehung abnahm: um 0,13 °Z fiir VHP, 0,18 °Z far Rohzucker Typ 1 und 0,29 °Z far Rohzucker Typ 2. Bei nicht-australischem Rohzuckern wurde eine geringere Differenz von 0,03-0,08 °Z gefunden. Diese Proben hatten einen Dextrangehalt von bis zu 0,16 %, und Dextran hat eine 3ma1 116- höhere optische Drehung als Saccharose. Ein wesentlicher Teil des Dextrans wird durch die Bleiklarung entfernt, jedoch nicht durch Filtration mit Celite. Die Unterschiede zwischen den Ergebnissen der Bestimmung der optischen Drehung mit Bleiklarung und denen der Filtration mit Celite wurden nicht durch reduzierende Zucker oder Farbe hervorgerufen.
Copyright © Verlag Dr. Albert Bartens KG