Bericht über die Kampagne 2018/19 – VDZ, Zweigverein Nord

Martin, Walter

1 Zucker- und Rübenertrag

Der durchschnittliche Zuckerertrag in der Kampagne 2018/19 in den Anbaugebieten der Nordzucker betrug 12,7 t/ha

und war unter dem Vorjahresertrag von 13,2 t/ha. Aufgrund der langen Trockenperiode lag der durchschnittliche Rübenertrag in Norddeutschland mit 64,7 t/ha deutlich unter dem Vorjahresertrag von 74,7 t/ha. Die Zuckererträge in der Ländern Schweden, Dänemark, Finnland, Litauen, Polen und Slowakei lagen zwischen 5,7 und 11,1 t/ha.

2 Rübenverarbeitung 2018/19 Nordzucker

Mit 102 Tagen Kampagnedauer (Tab. 1) konnten erheblich weniger Rüben als im letzten Jahr verarbeitet werden, aber vergleichbare Mengen wie im Jahr 2016.

Innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen war es ein stabiler Kampagnebetrieb mit nur wenigen Stillständen. Ein sehr hoher Zuckergehalt aufgrund der vielen Sonnenstunden und großen Trockenheit in vielen Bereichen der Anbaugebiete führte teilweise zu hohen Zuckerverlusten bei der Verarbeitung. Zudem waren durch diese klimatisch ungewöhnlichen Bedingungen vermehrt geringere Alkalitäten und erhöhte Invertzuckergehalte zu beobachten, was einen erhöhten Verbrauch an Kalkstein und Natronlauge verursachte. Immer wieder führten erhöhte Menge an Steinen und Kraut (Abb. 1)zu Problemen in den Rübenwäschen und an den Schneidmaschinen.

Weitgehend mildes Wetter verhinderte zusätzliche Herausforderungen durch alterierte Frostrüben. Deutlich weniger Erdanhang führte zu reduzierten Gehalten an Salzsäure-unlöslicher Asche in den Pellets und verursachte geringere Folgekosten für Erdausbringung und die Behebung der Anlagenabnutzung.

3 Investitionen

Die Schwerpunkte der Investitionen lagen, wie in den Vorjahren, in allen Werken in den Bereichen Prozessoptimierung, Energieeinsparung und Umwelt.

Im Werk Örtofta (Abb. 2) erfolgte der erste Bauabschnitt der Umrüstung der Fabrik auf 100 % Weißzuckererzeugung.

Im Werk Schladen (Abb. 3) wurde die Verdampfanlage von 5 auf 6 Stufen durch zwei Fallfilm-Plattenverdampfapparate erweitert. Dadurch konnte eine signifikante Energieeinsparung realisiert werden.

Im Werk Chema (Abb. 4) wurden zwei neue Schneidmaschinen installiert, wodurch die Schneidarbeit deutlich verbessert werden konnte.

Zusätzlich wurde im Werk Chema in neue Schwemmwasserfilter und eine Rübenbruchstückeabtrennung investiert (Abb. 5).

Im Werk Opalenica wurde ein neuer Kristallfußmagmatank aufgestellt (Abb. 6).

4 Störungen in der Kampagne 2018/19

Während der Kampagne 2018/19 kam es betriebsbedingt zu Störungen in den Anlagen.

Im Werk Chema führte die Zerstörung einer Weißzuckerzentrifuge (Abb. 7) zu einer Betriebsunterbrechung. Nach Überprüfung der anderen Zentrifugen konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Im Werk Clauen führte der Bruch der Welle der Trockenschnitzel-Schnecke zu Problemen (Abb. 8).

Im Werk Kdainiai kam es zu einer Undichtigkeit im Extraktionsturm, die durch eine defekte Dichtung verursacht wurde (Abb. 9). Die Dichtung musste ausgetauscht werden, wodurch es zu einer Unterbrechung der Verarbeitung kam.

Im Werk Nykøbing verursachte ein Bruch der Hauptwelle (Abb. 10) in der Rübenwäsche einen Ausfall der Rübenwäsche. Zudem brach eine Schnecke in einem der DDS-Extraktionströge in Nykøbing.

Auch im Werk Uelzen kam es zu einem Bruch einer Schnecke (Abb. 11). Hier war die Schnecke unter der Pressschnitzelstation betroffen.

Am Ende der Kampagne kam es im Werk Klein Wanzleben zu einem Bruch der beiden Spindeln in der Schnitzelpresse 7 (Abb.12).

https://doi.org/10.36961/si23179

Year: 2019
Volume: 144
No.: 6
Page: 340-343

Language: D

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