Ferdinand Knauer (1824–1889), der Züchter der „Imperialrübe“

Peter Dörheit

In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts war der Rübenzüchter und Zuckerfabrikant Ferdinand Knauer weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. “Er war ein Landwirth in des Wortes ausgedehntester und bester Weise, er war für seine Generation epochemachend … sein Name ist allbekannt, und Landwirth und Zuckermann werden auch in Zukunft seinen Namen als einen der Ersten preisen.” heißt es 1889 in einem Nachruf [1]. 1 Kindheit und Jugend Ferdinand Knauer wurde am 27. April 1824 in Rumpin, Sachsen- Anhalt, geboren, sein Vater war Pächter verschiedener Güter. In Herzberg an der Elster besuchte Ferdinand Knauer von 1832 bis 1838 die Bürgerschule und begann eine Lehre beim Rittergutsbesitzer Schleußner in Kollochau bei Schlieben, der seinen Zögling mit den Schriften der damals führenden Landwirte wie Thaer und Reichard bekannt machte. Nach der Lehrzeit arbeitete er bei seinem Vater und ging 1841 als Hofverwalter auf die Domäne Burow in Anhalt. Mit achtzehn Jahren meldete er sich freiwillig zum Militär und diente drei Jahre beim Garde-Husaren-Regiment in Potsdam. Durch den “außerdienstlichen Umgang mit jungen, strebsamen Leuten der Gewerbeschule …” erkannte er, ,,daß er wissenschaftlich völlig verwahrlost sei und fing an, das Versäumte soviel als möglich nachzuholen. Jede freie Stunde widmete er dem Studium, trieb Geometrie, Mathematik und deutsche Literatur” [2]. Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst arbeitete er bei seinem Vater auf dem Rittergut Hohenthurm bei Halle und ging dann als Domänenverwalter ins Mansfeldische. Von seinen Eltern erhielt Knauer eine “kleine Mitgift”, die Grundlage für einen eigenen Betrieb werden sollte. Da die Bodenpreise im mitteldeutschen Raum hoch waren, reiste er in die östlichen preußischen Provinzen. Dort wurde er vom Ausbruch der Revolution im Frühjahr 1848 überrascht, so daß er von diesem Plan absah und nach Mitteldeutschland zurückkehrte. ….

 

Year: 1996
Volume: 121
No.: 11
Page: 888-891

Language: de

pdf download: 1996-888-891.pdf