Zucker in unserer Ernährung – ernährungswissenschaftliche Beurteilung

Roland, Bitsch; Thomas, Frank

Einleitung Über den Zucker (Saccharose) sind in absehbarer Zeit keine grundsätzlich neuen ernährungsphysiologischen Kenntnisse zu erwarten. Diese Einsicht hat die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) – diese sehr strenge Behörde, die ja auch einmal den Süßstoff Saccharin vom Markt genommen und verboten hat (im Gegensatz zur deutschen Lebensmittelüberwachung bzw. dem Bundesgesundheitsamt (BGA), die ansonsten ja auch nicht zimperlich sind) – dazu veranlaßt, im Jahr 1986 alle Erkenntnisse und Daten in einem Sugars Task Force zusammenzustellen und definitiv zu bewerten [1]. Hartnäckig halten sich aber in der Bevölkerung Vorurteile gegenüber diesem Nährstoff, vielleicht auch deshalb, weil sich seine Erzeugung vom Rohprodukt bis zum Fertigerzeugnis den Verbrauchervorstellungen und -einblicken gänzlich entzieht, im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln. In der Zuckerherstellung sind ja auch die ersten Anfänge einer Lebensmittelindustrie, d.h. einer ausschließlich industriemäßig betriebenen Lebensmittelherstellung zu suchen. Aus heutiger Sicht muß man dagegen sagen, daß Kohlenhydrate, speziell auch die niedermolekularen wie Saccharose, zu den Nahrungsbestandteilen zählen, die aus ernähungsphysiologischer Sicht – auch bei überhöhter Zufuhr – gegenüber allen anderen Hauptnährstoffen, wie z.B. Fetten und Proteinen, die geringsten gesundheitlichen Nachteile aufweisen.

Year: 1996
Volume: 121
No.: 12
Page: 954-956

Language: de

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