Erste Erfahrungen an Zuckersilos mit neuem Entleerungssystem

Piet, Zagers; Stephan, Mohr

In den Jahren 1995 und 1996 wurden in den Zuckerfabriken Dinteloord und Euskirchen zwei Zuckersilos mit einem Nutzinhalt von 60 000 und 50 000 t nach einem Entwurf der Firma Comet gebaut. Die beiden Silos haben einen doppelwandigen, mit Warmluft beheizten Stahlmantel und ein im Boden integriertes Belüftungssystem für konditionierte Luft. Eine Besonderheit dieser Silos ist die Dachausführung, die bei Überschreiten eines Drucks von 0,2 bar das Abheben der Dachhaut zur Folge hat. Das prinzipiell Neue an diesen Silos ist aber das Entleerungssystem, daß eine gleichzeitige Befüllung und Entnahme zuläßt. Sein wichtigster Bestandteil ist ein rotierender Schabarm, der die nahezu vollständige Entleerung des Silos ohne Personaleinsatz gewährleistet. Die ersten 70 % des Siloinhalts werden konventionell durch die Einwirkung der Schwerkraft über eine Zentralgrube entleert. Die in der Zentralgrube installierten Schnecken dienen bei diesem Teil der Entleerung nur der geregelten Zuckerentnahme. Erst wenn sich ein natürlicher Schüttkegel gebildet hat und die Zentralgrube nicht mehr mit Zucker gefüllt ist, tritt der rotierende Schabarm in Funktion. Der mitten in der Zentralgrube installierte Schabarm senkt sich bis auf die Zuckerschüttung ab und beginnt mit 20 Umdrehungen je Stunde den Zucker in die Zentralgrube zu schaben. Die Steuerung des Schabarms erfolgt in Abhängigkeit vom Füllstand über in der Zentralgrube installierte Sensoren.

Year: 1997
Volume: 122
No.: 8
Page: 605-611

Language: de

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