Neue Erkenntnisse beim Einsatz von Hopfenprodukten in der Zuckerindustrie

Walter, Hein; Günter, Pollach

Zur Hemmung von Bakterientätigkeit bei der Zuckerrübenextraktion wurde in der Kampagne 1996 neuerlich Hopfen-Baseextrakt in mehreren Fabriken großtechnisch eingesetzt. In einer Turmextraktionsanlage war es möglich, durch periodische Dosierung von Hopfen- Baseextrakt in einer Menge von durchschnittlich 10 g/t Rüben an der Dosierstelle Turm-Mitte die Milchsäurebildung über einen längeren Zeitraum auf ca. 400 mg/kg Rohsaft zu reduzieren, ohne die Tätigkeit von Mikroorganismen im oberen Bereich des Turms wesentlich zu stören. Auf Grund dieser verbleibenden Fermentationstätigkeit wurden in den Preßschnitzeln Trockensubstanzgehalte von 30 % erreicht. Eine schnelle Dosierung mit kurzfristig hohen Wirkstoffkonzentrationen ist vorteilhaft, die in den österreichischen Fabriken vorhandenen Einrichtungen müssen in dieser Hinsicht noch verbessert werden. In einer aeroben Trogextraktionsanlage mit relativ niedrigen Preßwassertemperaturen mußten Baseextrakt-Mengen von 25 g/t Rüben eingesetzt werden, um eine vergleichbare Restkonzentration an Milchsäure zu erhalten. Eine völlige Unterdrückung der Milchsäurebildung war unter diesen Bedingungen nur mit Hilfe von Formalin möglich. Die für Trogextraktionsanlagen charakteristische Bildung von Essigsäure konnte mit Hilfe der Baseextrakt-Dosierung weitgehend, jene von Nitrit praktisch vollständig verhindert werden. In dieser Hinsicht war Baseextrakt wirkungsvoller als eine Kombination eines Dithiocarbamat-Produkts, eines Jodophor-Produkts und Chlorkalk. Bei Untersuchungen über den Verbleib von Hopfenwirkstoffen zeigte sich, daß auch bei stoßweiser Anwendung von Baseextrakt die Konzentrationen in den Endprodukten, also in Weißzucker, Melasse und Schnitzeln, nicht nachweisbar oder unkritisch sind.

Year: 1997
Volume: 122
No.: 12
Page: 940-949

Language: de

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