Nanofiltration von Dünnsaft zur Verbesserung der Saftreinigung

P.J.W., Koekoek; J., van Nispen; D.P., Vermeulen

In einer Pilotanlage in der Zuckerfabrik Groningen der Suiker Unie wurde die Membranfiltration von Dünnsaft während der Kampagnen 1993-1996 untersucht. Langzeituntersuchungen wurden mit spiralförmigen und röhrenförmigen Membranen durchgeführt. Dabei wurden hohe Temperaturen (bis zu 90 °C) mit hohen Drücken (bis zu 40 bar) kombiniert. Nach mehreren Tagen befriedigender Arbeitsweise stellte man fest, daß die Wasserpermeation und die Zuckerretention abnahmen und damit die Reinheit des Permeats zunahm. Nach Reinigung mit verschiedenen Substanzen wurde eine gewisse Verbesserung beobachtet, aber es war unmöglich, die Wasserpermeation und die Zuckerretention neuer, unbenutzter Membranen zu erreichen. Obwohl die Abnahme des Durchsatzes der Membran irreversibel zu sein scheint, konnte die Ursache nicht identifiziert werden. SEM-Fotos zeigten, daß eine übermäßige Membranverdichtung nicht auftritt. Die Geschwindigkeit der Abnahme des Durchsatzes hängt von der Nichtzuckerzusammensetzung des Dünnsaftes ab. Um die Zuckerverluste im Permeat zu reduzieren wurde ein zweistufiger Membranprozeß studiert, bei dem das Permeat der ersten Stufe einer zweiten Nanofiltration unterworfen wird. Weniger dichte, röhrenförmige Membranen (Stork) ergaben eine bessere Leistung als dichtere, spiralförmige Membranen (Desal); Desal-Membranen ergaben bessere Ergebnisse in der zweiten Stufe. Im vorgeschlagenen Prozeß kann das Permeat der zweiten Stufe verwendet werden, um Melasse zu verdünnen, oder in die Abwasserreinigung gegeben werden. Die beiden Retentate können in der Verdampfanlage weiter konzentriert werden. Obwohl viele zusätzliche Versuche mit anderen Membranen ausgeführt wurden (Toray, Desal und Stork), blieben die Ergebnisse enttäuschend wegen (der Geschwindigkeit) der Abnahme des Durchsatzes und deren Wirkung auf das langfristige Leistungsvermögen.

Year: 1998
Volume: 123
No.: 2
Page: 122-127

Language: en

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