Resistenz und Toleranz gegen Rübennematoden (Heterodera schachtii) in Zuckerrübensorten

Joachim Müller

Zuckerrübensorten mit Resistenz gegen Heterodera schachtii unterdrücken die Vermehrung des Nematoden, während tolerante Sorten weniger geschädigt werden und daher auch unter Befall stabile Erträge bringen. Resistenz und Toleranz sind unterschiedliche Eigenschaften der Pflanze, die in der Regel unabhängig voneinander durch spezifische Gene vererbt werden. Die Transmission der Resistenz ist in den bisher zugelassenen Sorten unvollständig, etwa 5 % der Pflanzen sind anfällig. Dies wirkt sich deutlich auf die Vermehrungsrate der Nematoden aus, und deshalb wird die Bestimmung der Transmissionsrate als Kriterium für die Bewertung der Resistenz herangezogen. Unter Feldbedingungen ist die Vermehrungsrate außerdem von der Höhe des Anfangsbefalls abhängig. Die wirtsspezifische Verseuchungsdichte liegt bei der Sorte ,Nematop’ etwa im Bereich der Schadensschwelle. Mehrjährige Versuche zur Ertragsleistung resistenter Zuckerrüben zeigen, daß diese bei Nematodenbefall den anfälligen Sorten überlegen sind, also außer dem Resistenzgen auch genetische Information für Toleranz besitzen. Die Toleranzgene sind noch unbekannt, und es fehlen geeignete Frühtestmethoden für die Selektion auf Toleranz. Aus den bisher verfügbaren Versuchsergebnissen werden Schlußfolgerungen gezogen und Konsequenzen für die weitere züchterische Arbeit aufgezeigt.

Year: 1998
Volume: 123
No.: 9
Page: 688-693

Language: de

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