Abscheidung von Ammoniak aus Kondensat und aus Carbonatationsabgas

Carla Alberta, Accorsi

Die Rückgewinnung des Ammoniaks, das während der Zuckerfabrikation entsteht, ist heute kein Wunsch mehr, sondern dringende Notwendigkeit. Die Anforderungen an den Abwasser- und Emissionsbereich zwingen die Zuckerindustrie zu kostspieligen Maßnahmen, um die festgesetzten Ammoniumgrenzwerte einzuhalten. Die bisher zu diesem Problem in Italien erarbeiteten Lösungen berücksichtigen nur die Emissionen, während die von deutschen Autoren beschriebenen Ammoniakeliminierungen aus Kondensaten und Emissionen für die italienische Zuckerindustrie nicht anzupassen sind. Das beschriebene Verfahren, das seit der Kampagne 1996 im Werk Jesi in Betrieb ist, sieht die Behandlung von Kondensat in einer Kationenaustauschanlage und von Carbonatationsabgas in einem Strahlwäscher vor. Der beim Regenerieren der Ionenaustauscher anfallende Ablauf, der Ammoniumsulfat neben einem Schwefelsäureüberschuß enthält, wird dem Strahlwäscher zugeführt, um dort das Ammoniak auszuwaschen. Das behandelte Kondensat findet als Extraktionswasser Verwendung. Der Einsatz von zwei Säulen mit je 8 m3 stark saurem Kationenaustauschharz lieferte eine Schwefelsäuremenge, die ausreichte, um den Ammoniakgehalt im Abgas unter den Grenzwert herabzusetzen. Im Vergleich zu den bisher angewandten Strippverfahren erweist sich die Kombination Kationenaustauscher/Strahlwäscher als wirtschaftlich vorteilhafter, zumal noch ammoniumfreies Kondensat für technologische Zwecke bereitsteht.

Year: 1998
Volume: 123
No.: 11
Page: 871-875

Language: de

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