Die Anwendung von Prozessintegrations-Methoden zur Rekonstruktion polnischer Zuckerfabriken

K. Urbaniec; P. Zalewski; J. Klemes

Der Gesamtjahresverbrauch an Primärenergie in der polnischen Zu-ckerindustrie beträgt ca. 800 000 t Kohleäquivalente (29 300 kJ/kg). Der durchschnittliche spezifische Energieverbrauch liegt bei etwa 330 kWh/t verarbeiteter Rüben, weitaus höher als in einigen EU-Ländern. Entsprechend hoch sind auch die Energiekosten und Schadstoffemissionen. Allerdings konnte in der Zeit von 1990–1997 bereits eine 26%ige Reduzierung des spezifischen Energieverbrauchs erreicht werden und der Trend zur Energieeinsparung setzt sich fort.

Der Planung technischer Verbesserungen, die eine Energiereduzierung zum Ziel haben, sollte die Bestimmung realistischer Ziele vorausgehen, wobei zwischen dem Wert der erreichbaren Energieeinsparung und den nötigen Investitionskosten abgewogen werden muss. Die Zielsetzung kann verstärkt werden durch Prozessintegrations-Methoden und insbesondere Pinch-Analyse. Dem widmete sich ein Projekt, das als Teil des „PHARE Multi-country Energy Program“ durchgeführt wurde. Durch die Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft war es möglich, ein Verfahren zur Rekonstruktion von Fabriken zu entwickeln, das sich als effektiv bei der Lösung von für die Zuckerindustrie charakteristischen Problemen herausstellte. Das wurde an zwei Beispielen aus der Industrie demonstriert, die im Rahmen des PHARE- Projektes analysiert wurden.

Für eine Fabrik mit einer Verarbeitung von 4300 t/d und einem Verbrauch von 4,3 kg Kohleäquivalent/100 kg Rüben wurde ein neues Energieschema einschließlich Verdampfstation und Wärmeaustauscher projektiert, bei gleichzeitiger Erhöhung der Verarbeitungskapazität auf 6000 t/d. Ein anderer Fall, der die Analyse eines teuren Fabrikumbaus einschloss, wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie diskutiert.

In beiden Fällen werden Empfehlungen zur Verbesserung der Wärmerückgewinnung durch Installation zusätzlicher Plattenwärmeaustauscher gegeben. Der optimale Wert der minimalen Temperaturdifferenz wurde bei 2 K festgestellt.

Year: 2000
Volume: 125
No.: 4
Page: 244-247

Language: en

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