Verarbeitung von frostgeschädigten Rüben bei der CSM und der Einsatz von Dextranase

Jan Maarten de Bruijn

Die Zuckerrübenkampagne 1998 in den Niederlanden litt unter schwierigen Wetterbedingungen, d.h. aufeinanderfolgende Perioden von ausgiebigen Regenfällen, Frost und Tauwetter. So wurde die Ernte schwierig und die Verarbeitungsqualität der Rüben schlecht, was die Verarbeitungskapazität der Zuckerfabriken beeinflusste. Eine Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie-Methode (HPAEC-PAD) wurde schnell entwickelt, um den Grad der Zerstörung der frostgeschädigten Rüben sichtbar zu machen. Sowohl Invertzucker- als auch Dextrangehalt wurden täglich in den Rohsaftproben analysiert. Als etwa 10 Tage nach einer Frostperiode die Außentemperatur wieder über 0 °C stieg, stieg die Konzentration beider Zuckerarten beträchtlich, was Verarbeitungsprobleme verursachte. Sogar bei relativ geringen Dextrangehalten im Rohsaft (ca. 75 mg/l) sank die Filtrationsgeschwindigkeit des Schlammsaftes 2 merklich und folglich minderte sich der Durchsatz der Schneidmaschinen auf 50 %. Die Zugabe von 10 ml/kg Enzym Dextranase NOVO 50L zur Extraktion schien ausreichend zu sein, um den Durchsatz der Schneidmaschinen auf 90 % der Nominalkapazität zu bringen. In der Tat war es der hohe Invertzuckergehalt in den aufgetauten Rüben (bis zu 4 g/l im Rohsaft), welcher die Verarbeitung dieses minderwertigen Rübenmaterials sehr un- wirtschaftlich machte. Durch den hohen Invertzuckergehalt sank die Alkalität (in der Saftreinigung), was nur durch Zugabe zusätzlichen Natriumhydroxids kompensiert werden konnte. Trotz allem war sowohl die Saftqualität sehr gering (d.h. geringe Saftreinheit, hoher Kalksalzgehalt, hohe Saft- und Zuckerfarben) und der Melassezuckergehalt erreichte ein unakzeptabel hohes Niveau.

Year: 2000
Volume: 125
No.: 11
Page: 898-902

Language: en

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