Zur Bestimmung des löslichen Gesamt-Stickstoffs in Zuckerrüben mit Nah-Infrarot-Spektrometrie (NIRS)

Manfred Burba; Toon Huijbregts ;Elke Hilscher

Der lösliche Gesamt-Stickstoffgehalt von Zuckerrüben (w’N,Dig) steht in enger Beziehung zum schädlichen Stickstoff (w’schN bzw. zum Gesamt-Stickstoff im Dicksaft, w’N,DiS), der bereits Ende des 19. Jahrhunderts als qualitätsbestimmend für die lösliche Stickstoff-Fraktion der Rüben und ihrer Säfte bzw. für ihre technische Qualität erkannt wurde.

Eine serienmäßige Bestimmung dieses Merkmals und damit auch der Zugang zur züchterischen Bearbeitung in der Zuckerrübenzüchtung gelang bisher nicht, so dass der analytisch leichter zugängliche a-Amino-N stellvertretend für den schädlichen Stickstoff allgemein zur Qualitätsanalyse und -bewertung von Zuckerrüben herangezogen wird. Damit wird jedoch nur ein Teil (im Mittel 34 %) des schädlichen Stickstoffs der Rüben erfasst, was nicht in jedem Fall repräsentativ für die gesamte lösliche Stickstoff-Fraktion ist und Fehleinschätzungen (z.B. bei der Sortenbeurteilung) zur Folge haben könnte.

Es wird eine NIRS-Methode vorgestellt, mit deren Hilfe eine Bestimmung des löslichen Gesamt-Stickstoffgehaltes und damit auch indirekt des sich weitgehend proportional verhaltenden schädlichen Stickstoffgehaltes in mit Aluminiumsulfat geklärten Rübenbreidigerate sehr schnell (< 20 s/Probe mit handelsüblichen Durchflussküvetten von 0,5 mm Schichtlänge), umweltfreundlich (chemikalienfrei) und einfach durchgeführt werden kann. Beschrieben werden die verwendete NIRS-Messeinrichtung (Nah-Infrarot-Interferometer mit Fourier-Transform-Technologie, InfraProver II der Firma Bran+Luebbe GmbH, Norderstedt) und die Aufstellung einer individuellen Kalibration (Transmissionsmessung mit anschließender PLSR-Verrechnung der Daten, Referenzmethode: Gaschromatographische N-Elementaranalyse) als Grundlage des vorgestellten Analysenverfahrens. Year: 2001
Volume: 126
No.: 5
Page: 367-375

Language: de

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